Dienstag, 12. Dezember 2017

13-09-2017 - Moderne Technik für Feuerwehr

Atemschutz-Übungsanlage der Vilshofener Löschkräfte rundumerneuert – Sie ist landkreisweit einzigartig



Die Ersten, die den modernisierten Parcours durchliefen, waren Christian Hirsch (v.l.) und Sebastian Wimmer von der Feuerwehr Ortenburg. Er sei jetzt herausfordernder, meinten die beiden Kameraden, die hier schon seit vielen Jahren trainieren. − Fotos: Maier

Vilshofen. Zwischen Vergangenheit und Zukunft der Feuerwehr Vilshofen liegen nur ein paar Stufen: Während man im Erdgeschoss des Feuerwehrzentrums eine hölzerne Feuerwehrspritze aus dem 19. Jahrhundert bestaunen kann, findet man im Keller jede Menge digitale Technik. Sie ist seit kurzem Teil der Übungsanlage für Atemschutzträger, die in den vergangenen Monaten rundumerneuert und am Montagabend bei einem Festakt mit Vertretern des Feuerwehrwesens und der Kommunalpolitik wiedereröffnet wurde. Danach kamen die ersten Feuerwehren, um mit der Anlage zu arbeiten: Wer bei einem Einsatz als Atemschutzträger mitwirken möchte, muss sie einmal jährlich erfolgreich durchlaufen.

Ausgewechselt wurden so gut wie alle Teile des Trainingsparcours aus den 1980er Jahren: So zum Beispiel der große Käfig, durch den sich die Einsatzkräfte im Dunkeln bewegen müssen. Nachgeahmt wird mit der Übung ein Gebäudebrand. Ausgetauscht wurden auch Sportgeräte, an denen die Einsatzkräfte Belastungstests absolvieren müssen. Vieles, was früher analog abgewickelt wurde, geschieht jetzt digital. "Wir waren zuerst erschrocken, dass so viel Technik drinsteckt", sagte Vilshofens Kommandant Markus Schütz, "doch wir sind auch erleichtert, weil es eine Arbeitserleichterung für die Feuerwehr ist."

In Zeiten des Klimawandels steht sie vor besonderen Herausforderungen. So waren die Wehren in der Region erst vor ein paar Wochen stark gefordert, als ein Unwetter große Schäden im Landkreis angerichtet hatte. Das zeige, so die Vertreter der Lokalpolitik in ihren Grußworten, dass es wichtig sei, in die Feuerwehr zu investieren: Für die neue Atemschutz-Übungsanlage wurden rund 120 000 Euro ausgegeben – vom Landkreis Passau, der etwa ein Drittel der Kosten vom Freistaat Bayern gefördert bekommt. Durchgeführt hat die Modernisierung eine Fachfirma, Unterstützung gab es vom Bauhof der Stadt Vilshofen.

 

 
In die Mitte genommen haben Feuerwehrler um Kreisbrandmeister Sebastian Mayer (4.v.r.) die Ehrengäste: Feuerwehrpfarrer Alexander Aulinger (v.r.), Landrat Franz Meyer, Kreisbrandinspektor Alois Fischl, Bürgermeister Florian Gams, Verena Schwarz vom Landratsamt.

Die Ersten, die den rundumerneuerten Übungskeller offiziell nutzten, waren Sebastian Wimmer (34) und Christian Hirsch (35) von der Feuerwehr Ortenburg. Anspruchsvoller sei das Üben durch die Modernisierung geworden, befanden die beiden, die schon seit vielen Jahren hier trainieren.

Laut Angaben der Feuerwehr Vilshofen ist die neue Atemschutz-Übungsanlage die modernste, die es derzeit gibt: So loggt man sich in sie über ein Chip-System ein, für Authentizität sorgt eine Tür, die – wie in einem Gebäude, das brennt – heiß ist, und von den Feuerwehrkräften durchschritten werden muss.

Seit ihrer Eröffnung 1984 haben rund 50000 Feuerwehrkräfte in der Anlage geübt. Sie ist die einzige für die Wehren in Stadt und Landkreis Passau, genutzt wird sie auch von Einsatzkräften aus Österreich.

Martin Maier

 

Quelle: Vilshofener Anzeiger vom 13.09.2017