Dienstag, 22. Oktober 2019

01-10-2019 - Feuerwehr trainiert

Simulator für die Sondersignal-Fahrt – In Stresssituationen den Überblick behalten
 
Titelbild
Vier Tage stand dieser Fahrsimulator dem Landkreis Passau im Garhamer Feuerwehrgerätehaus zur Verfügung. Im Bild v.r. Kreisbrandrat Josef Ascher, Kommandant Erwin Schöfberger, Brandmeisterin Sandra Reichert, Kreisbrandinspektor Alois Fischl und 2. Bürgermeister und Kreisbrandmeister Georg Stelzer. − Fotos: Eder

Garham. Zusammen mit der Versicherungskammer Bayern und dem Bayerischen Innenministerium bietet der Landesfeuerwehrverband Bayern seit 2013 den Maschinisten der Feuerwehren ein Verhaltenstraining durch einen für diesen Bedarf entwickelten Sondersignal-Fahrt-Trainer an. Brandmeisterin Sandra Reichert ist seit 2018 für die Ausbildung am Sondersignal-Fahrt-Trainer durch die Staatl. Feuerwehrschule Regensburg verantwortlich und tourt durch Bayern.

So war es möglich, dass annähernd 40 Teilnehmer aus dem Landkreis Passau in den Genuss kamen, den Simulator zu nutzen. Die Maschinisten der Feuerwehren Neukirchen am Inn, Weferting, Tittling, Straßkirchen, Mittich, Obernzell, Hartkirchen, Pocking, Schwieging, Aldersbach, Eggersham, Neukirchen v.W., Malching, Bad Griesbach, Prag, Kasberg, Vilshofen, Neustift, Weng, Hofkirchen und Garham haben bewiesen, dass sie lauernde Gefahren frühzeitig erkennen und in Stresssituationen den Überblick behalten.

Andi
Konzentriert: Andreas Schöfberger von der Garhamer Feuerwehr absolviert mit dem Sondersignal-Fahrt-Trainer seine Alarmfahrt im Stadtverkehr.
 
Einsatzfahrten mit Blaulicht und Martinshorn sind in der Regel mit einem höheren Unfallrisiko verbunden. Das Verhaltenstraining trägt zur Sicherheit für die Einsatzfahrer bei. Die Inhalte des Lehrganges sind kontrolliertes Verhalten in Stresssituationen, das Wissen um die rechtlichen Grundlagen zu Sonder- und Wegerechten, die Entwicklung von Fahrstrategien und damit einhergehend die Verminderung des Unfall- und Schadensrisikos.

Der Sondersignal-Fahrt-Trainer simuliert die unterschiedlichen Verkehrsräume (Stadtverkehr, Landstraße, Bundesstraße, Autobahn), unvorhersehbares Verhalten von Verkehrsteilnehmern, Überholmanöver und Vorbeifahren unter verschiedenen Sichtbedingungen, Gassenbildung in unterschiedlichen Verkehrssituationen, Annähern und Überqueren von Kreuzungen mit verschiedenen Vorfahrtregelungen, plötzliche Ereignisse und Gefahrenwahrnehmung.

Das Fazit der Übungsteilnehmer fiel durchwegs positiv aus. Dass die Sonder- und Wegerechte explizit behandelt wurden, sprach die Teilnehmer besonders an, ebenso die Videoanalyse des eigenen Fahrverhaltens. Für den Einsatzdienst nahmen alle Teilnehmer neue Erfahrung mit und wissen nun, worauf sie im Ernstfall achten müssen. "Das Fahrtraining ist eine sehr gute Übungsmöglichkeit und eine super Erfahrung", äußerten sich die Teilnehmer abschließend.

Den Freiwilligen Feuerwehren in Bayern steht dieser Sondersignal-Fahrt-Trainer jährlich 44 Wochen kostenfrei zur Verfügung. Im letzten Jahr haben sich ca. 2300 Feuerwehrdienstleistende an diesem Verhaltenstraining beteiligt. Die Finanzierung der Ausstattung und des Trainings teilen sich Versicherungskammer Bayern und der Freistaat Bayern mit jeweils rund 180.000 Euro jährlich.

Das Training der Garhamer Feuerwehrler am Simulator wurde jäh unterbrochen. Die geplante Simulationsfahrt auf der Autobahn wurde in der Praxis durchgeführt. Die Sirene heulte und die Feuerwehrdienstleistenden mussten wieder einmal zu einem Verkehrsunfall auf die Autobahn ausrücken.

Computer wählt die Szenarien aus

Zum ersten Mal hatte die Garhamer Feuerwehr einen Sondersignal-Fahrt-Trainer bei sich, damit die Aktiven trainieren können, wie sie sich bei einer Blaulichtfahrt am besten verhalten. An vier Tagen haben Vertreter aus 21 Feuerwehren aus dem Landkreis Passau an dem Gerät geübt.

Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge haben sie dabei von der sogenannten Sondersignalfahrt-Trainerin Sandra Reichert erhalten. Sie ist Rettungsassistentin, Fahrlehrerin und Berufsfeuerwehrfrau, hat also viel Blaulichterfahrung. Die Szenarien des Simulators kann sie selbst nicht beeinflussen, das macht der Computer. Er entscheidet über Tageszeit und Wetterlage. Je nach Fahrweise gibt es außerdem mehr oder weniger Gefahrenstellen.

Franz
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