Samstag, 19. August 2017

09-05-2017 - Wir brauchen euch

Jugendtag der Feuerwehr: 382 junge Leute haben das Bayerische Leistungsabzeichen abgelegt

von Bernhard Brunner

Die ganze Pfarrkirche voller junger Feuerwehrleute, deren Ausbildern und den Prüfern – das war ein beeindruckender Anblick. − Fotos: Brunner

Bad Füssing. Als starke Truppe hat sich der Feuerwehr-Nachwuchs beim Jugendtag am Samstag in Europas größtem Kurort präsentiert. 382 junge Frauen und Burschen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren aus 73 Wehren im Landkreis Passau, dazu eine Gruppe aus Oberösterreich, stellten sich nicht nur der Prüfung für das Bayerische Leistungsabzeichen, sondern gaben ein beeindruckendes Bild ab, als sie zur Schlussandacht in der Pfarrkirche Heilig Geist marschierten.

"Das ist ein absolut schöner Anblick", so brachte auch der stellvertretende Landrat Klaus Jeggle seine Faszination zum Ausdruck, als er zu den jungen Feuerwehrleuten in der voll besetzten Kirche sprach. Es sei wirklich wohltuend, wenn sich eine so stattliche Anzahl junger Leute für die Gemeinschaft engagiere – und das gerade in einer Zeit, in der der Zeitgeist oft ganz anders ticke und die Menschen immer mehr vorrangig an sich selbst dächten. "Ihr seid das Aushängeschild des Landkreises und der ganzen Region", sagte Jeggle.

 

Auf los geht’s los: Zwei Jungfeuerwehrler spurten zum Schlauchkuppeln über die 90-Meter-Distanz. Insgesamt elf Übungen – fünf einzeln und fünf im Trupp sowie einen theoretischen Teil – galt es zu absolvieren. Mit den Leistungen war Kreisjugendfeuerwehrwart Robert Anzenberger zufrieden.

Die Absolventen – hier aus dem Bezirk Schärding – beglückwünschen (v.l.) Bezirksjugendsprecherin Theresa Käser, Robert Anzenberger, Werner Uttenthaler und Marcus Kurz (Feuerwehr Bad Füssing), Bürgermeister Alois Brundobler, Klaus Jeggle, Peter Högl und Josef Ascher (verdeckt).

Einiges seitens der Kommune dafür zu tun, die jungen Leute zu begeistern, betonte Bad Füssings Bürgermeister Alois Brundobler als Schirmherr. Erfreut hob er hervor, dass alle sechs Feuerwehren der Kurort-Gemeinde jeweils über eine Nachwuchsgruppe verfügten. "Jugend ist Zukunft", bekundete Brundobler, der zugleich auf die Freude aufmerksam machte, bei der Feuerwehr zu sein, was auch Ausdruck der Lebensart im ländlichen Raum sei.

"Wir brauchen Euch", erklärte Kreisbrandrat Josef Ascher und gab zu bedenken, dass die Fußstapfen der jetzt Verantwortlichen schließlich gefüllt werden müssten. "Wir bauen auf Euch", fügte er hinzu, verbunden mit der Aufforderung an die Nachwuchskräfte, in ihren Heimatorten als Werbeträger für die Feuerwehren aufzutreten und ein gutes Miteinander zu pflegen. Wie seine Vorredner gratulierte er den jungen Leuten zum Bayerischen Jugendleistungsabzeichen und bezeichnete sie als Aushängeschilder für ganz Bayern. Denn: Der Jugendtag der Kreisfeuerwehren ist mit Sicherheit die größte Veranstaltung dieser Art im gesamten Freistaat, wie neben Josef Ascher auch Kreis- und Bezirksjugendfeuerwehrwart Robert Anzenberger bestätigte. "Ihr seid die Zukunft des Feuerwehrwesens im Landkreis", rief er den Mädchen und Burschen in ihren blauen und orangefarbenen Anzügen zu, machte aber keinen Hehl daraus, dass beim Können an der einen oder anderen Stelle "noch ein bisschen gefeilt" werden müsse.

Uneingeschränktes Lob gab es von Robert Anzenberger für die Disziplin der Teilnehmer – darunter auch eine Gruppe aus Hackenbuch im Bezirk Schärding – an der Leistungsprüfung, deren Durchführung im Turnus von zwei Jahren sonst nicht möglich wäre. Anerkennung zollte der Kreisjugendfeuerwehrwart auch allen Bewertern. Die Schiedsrichterbesprechung war bereits auf 7.45 Uhr anberaumt, die Anmeldung der ersten Gruppen zur Prüfungsabnahme – den Anfang machte der KBI-Bereich Süd von Kreisbrandinspektor Peter Högl – auf 8 Uhr.

Insgesamt elf Übungen – fünf einzeln und fünf im Trupp sowie einen theoretischen Teil – galt es zu absolvieren. Mit den Leistungen zeigte sich Robert Anzenberger zufrieden, wenngleich Defizite spürbar seien.

Zum Gebet für alle, die ihr Engagement in den Dienst um den Nächsten stellen, rief Bad Füssings Pfarrer Andreas Rembeck beim Wortgottesdienst auf. Mitgestaltet wurde die Andacht durch die jungen Feuerwehrfrauen Katharina Eichinger, Antonia Lederer (Fürbitten) und Carina Uttenthaler (Ministrantin) sowie Kreisbrandinspektor Peter Högl.

Quelle: Vilshofener Anzeiger vom 09.05.2017