Dienstag, 12. Dezember 2017
 

eiko_icon Verunfallter LKW mit Gefahrgut


Einsatzkategorie: Techn. Rettung > Verkehrsunfall
Zugriffe: 562
Einsatzort Details:

BAB 3 B-Spur KM 585
Datum: 10.04.2017
Alarmierungszeit: 06:32 Uhr
Einsatzende: 15:25 Uhr
Einsatzdauer: 8 Std. 53 Min.
Alarmierungsart: FME & Sirene
Einsatzleiter: Schöfberger Erwin
eingesetzte Kräfte :

Feuerwehr Garham
Feuerwehr Rathsmannsdorf
Feuerwehr Aicha v. Wald
Feuerwehr Weferting
Feuerwehr Hofkirchen
Feuerwehr Hengersberg
KBM 4/3 Stelzer
KBI 4 Fischl
Feuerwehr Büchl
Feuerwehr Haarschedl
Feuerwehr Fürstenstein
KBM 4/1 Söldner
Feuerwehr Kirchberg v. Wald
Feuerwehr Salzweg
Feuerwehr Straßkirchen
Feuerwehr Tittling
Feuerwehr Nammering
Technische Hilfeleistung

Einsatzbericht :

Tanklaster auf A3 umgekippt: Bergung dauerte 12 Stunden

 

Es war ein nervenaufreibender Tag für Autofahrer: Ein österreichischer Tanklastzug, beladen mit dem Gas Argon, ist am Montagmorgen auf der A3 in Richtung Regensburg zwischen den Anschlussstellen Garham (Landkreis Passau) und Iggensbach (Landkreis Deggendorf) umgekippt. An der Unfallstelle trat das Gas aus, Gefahr bestand aber nicht, wie ein Polizeisprecher auf PNP-Nachfrage mitteilte. Dennoch wurde zwischenzeitlich eine Sicherheitszone von hundert Metern um den Lastwagen eingerichtet. Über mehrere Stunden waren beide Richtungsfahrbahnen der A3 gesperrt. Am Nachmittag, nach mehr als zehn Stunden, wurde die Sperrung komplett aufgehoben.
Der Unfall hatte sich am Morgen um 5.50 Uhr ereignet. Nach Angaben von Einsatzkräften vor Ort ist der Lastwagenfahrer, ein 51 Jahre alter Ungar, aus bislang ungeklärter Ursache nach rechts gegen die Leitplanke gefahren, anschließend ins Schleudern geraten und schließlich in die Mittelleitplanke gekracht. Dabei kippte der Lastwagen, beladen mit 23 Tonnen Argon, um. Der Fahrer konnte selbstständig aussteigen und blieb unverletzt.
Rund 15 Feuerwehren und 100 Einsatzkräfte waren vor Ort. Sie haben ein Sicherheitsventil am Lastwagen geöffnet, um das geladene Flüssiggas Argon gezielt ausströmen zu lassen und so der Ladung Druck zu entnehmen. "Argon ist zwar nicht giftig, aber sauerstoffverdängend", sagt Erwin Schöfberger, Kommandant bei der Feuerwehr Garham und Einsatzleiter beim Unfall am Montag. Das Flüssiggas sei im Transporter auf minus 190 Grad runtergekühlt. Sobald es austritt, wird es zu Dampf. "Weil man nicht ausschließen konnte, dass aus der Leitung noch mehr Gas austritt und wir eine Nebelwand bekommen, wurde ein Sperrbereich eingerichtet", erklärt Schöfberger. Wegen dieses Sperrbereichs musste auch die Fahrspur in Richtung Passau ab 8.30 Uhr gesperrt werden – ab dem frühen Nachmittag war die Autobahn in diese Richtung aber wieder befahrbar.
Spezialfirma angefordert
Eine Spezialfirma wurde von Augsburg aus mit einem Tanklaster zur Unfallstelle gerufen. Dieser begann nach Angaben der Polizei gegen 14.30 Uhr, das Argon des verunglückten Lasters abzupumpen. In Fahrtrichtung Regensburg wurde der Verkehr ab dem Morgen ab der Anschlussstelle Garham ausgeleitet. Die Autofahrer standen auf den Umfahrungsstraßen teils stundenlang im Stau. Vor allem im morgendlichen Berufsverkehr ging es kaum noch voran. Der Verkehr staute sich unter anderem von Vilshofen bis zur Anschlussstelle Aicha vorm Wald. "Wenn so eine wichtige Transferstrecke gesperrt ist, gibt es natürlich ein Verkehrschaos", sagt Schöfberger, der von 10 bis 16 Uhr im Einsatz war.
Sachschaden beträgt rund 200.000 Euro
Noch am Nachmittag waren drei Kräne damit beschäftigt, den Lastwagen aufzustellen. Gegen 15.45 Uhr konnte der Lkw laut Polizei schließlich geborgen und die Straße gereinigt werden. Im Anschluss wurde der Verkehr wieder freigegeben. Der Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen rund 200.000 Euro. Die Unfallursache ist aktuell noch Gegenstand der Ermittlungen der Verkehrspolizeiinspektion Passau.

 

sonstige Informationen

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